EURO 7 OBM DATA COLLECTION SYSTEM
Projektdauer: 2025
Projektpartner: Emisia, LAT
Finanzierung: EU Kommission (DG Grow)
Projektteam: Quaritsch, Martini, Rexeis
Die Euro-7-Verordnung ist der nächste große Schritt der Europäischen Union zur Verschärfung der Fahrzeugemissionsnormen, um sauberere Luft- und Klimaziele zu erreichen. Euro-7 erweitert den Geltungsbereich von Euro-6 auf eine größere Bandbreite von Schadstoffen und führt strengere Grenzwerte für Abgas- und Nicht-Abgasemissionen ein, einschließlich Partikeln aus Bremsen und Reifen. Sie gilt einheitlich für PKW, LKW und Busse, mit dem Ziel, sicherzustellen, dass alle Fahrzeugkategorien zur Verringerung der Gesamtbelastung durch Schadstoffe im Verkehrssektor beitragen.
Eine zentrale Neuerung von Euro-7 ist die Integration von On-Board-Monitoring (OBM) und Over-the-Air- (OTA) Übertragung der OBM Daten. Die OBM-Technologie misst kontinuierlich die Emissionen eines Fahrzeugs während des Betriebs und ermöglicht so die frühzeitige Erkennung von Verschleiß oder Fehlfunktionen. Diese in Echtzeit gesammelten Daten zu allen Fahrzeugen der Flotte verbessern die Möglichkeit der Überwachung, dass Fahrzeuge während ihrer gesamten Lebensdauer die Emissionsgrenzwerte einhalten, erheblich.
Weiters ermöglicht die OTA-Datenübertragung die Erfassung, Analyse und Überprüfung von Daten durch die Aufsichtsbehörden. Die zu überwachenden Signale und der OBM-Datenerfassungsprozess im Fahrzeug sowie das Binärdatenformat für die zu übertragenden OBM-Datenblöcke sind bereits in der Verordnung (EU) 2025/1707 festgelegt. Im Durchschnitt wird jede 64. Fahrt in der OTA-Outbox gespeichert wobei ein OBM-Datenblock 5 Fahrten enthält. Dieser binäre OBM-Datenblock wird dann in einem ersten Schritt drahtlos an den Fahrzeughersteller übertragen.
Dieses Projekt umfasst die Entwicklung, Beschreibung und Analyse technischer Optionen, um einen robusten, zuverlässigen und skalierbaren Prozess für die digitale Übermittlung anonymisierter OBM-Daten von Fahrzeugherstellern an Behörden sowohl für leichte als auch für schwere Euro-7-Fahrzeuge zu ermöglichen. Die erste Option besteht darin, dass die Fahrzeughersteller die OBM-Daten zuerst an einen vom jeweiligen Mitgliedstaat betriebenen Server senden. In einem zweiten Schritt werden die OBM-Daten auf einem zentralen Server bei der Europäischen Kommission für eine EU-weite Gesamtbewertung und -überwachung gesammelt. Die zweite Option besteht darin, dass die Fahrzeughersteller die OBM-Daten direkt an einen von der Europäischen Kommission betriebenen zentralen Server senden (siehe Abbildung 3). Die Mitgliedstaaten, die technischen Dienste und alle anderen Interessengruppen haben Zugriff auf diese zentrale Datenbank. Die erste Option erwies sich bereits in der frühen Analysephase als organisatorisch und administrativ deutlich anspruchsvoller. Eine Kosten-Nutzen-Analyse zeigt, dass die erste Option auch ressourcenintensiver ist, sowohl für die Einrichtung des Systems als auch während des Betriebs.

Abbildung 1: OBM Datenerfassung mittels zentralem Server.
Der Schwerpunkt dieses Projekts liegt daher auf der zweiten, zentralisierten Lösung. Im Rahmen dieses Projekts erarbeiten wir Anwendungsfälle, wie verschiedene Interessengruppen mit dem System interagieren und welche Anforderungen das System erfüllen muss. Die Anwendungsfälle umfassen die Übertragung von OBM-Daten von Fahrzeugherstellern an das zentrale Datenbanksystem, die Analyse der verfügbaren OBM-Daten für die Konformität im Betrieb sowie die Abfrage von Kilometerständen. Wir erarbeiten das detaillierte Design der REST-API mit allen erforderlichen Endpunkten, Zugriffsrechten und Datenstrukturen. Sobald der Euro-7-Standard in den meisten Fahrzeugen implementiert ist, wird das jährliche Datenvolumen auf etwa 800 GB geschätzt. Die implementierte Lösung muss daher skalierbar sein und ausreichende Speicherkapazität und Rechenleistung bieten.